Aller guten Dinge…

Es ist eine interessante Erfahrung, bei einem Konzert, auf das man einige Monate hingeprobt hat, im Publikum zu sitzen. Dieser unerwartete Perspektivwechsel wurde der Verfasserin dieser Zeilen zuteil, nachdem sie zwei Wochen vor dem Winterkonzertwochenende eine Fingerverletzung ereilte. Die Konzerte selbst aber standen unter einem guten Stern, denn aller guten Dinge sind drei und die Glückszahl Drei bestimmte den Abend. So gesehen war mein Pech eine glückliche Fügung, denn ohne mich standen nun neun FlötenspielerInnen auf der Bühne, also drei mal drei…

Flauto Vivo in der Kreuzkirche Wilhelmsburg

Unsere Publikum erwartete ein musikalisches Triptychon, bestehend aus den drei Abschnitten des Jahreswechsels: Weihnachten, Silvester, Frühling. Auf eine festliche Fuge von J.S. Bach folgte Weihnachten auf afrikanische Art, wunderschön inszeniert von einem unserer Lieblingskomponisten, Sören Sieg. Selbstverständlich spielten wir von den fünf Sätzen der Komposition an diesem Abend nur drei. Mit einer Motette von Cristóbal de Morales, dem ältesten Stück im Programm und dargebracht auf den herrlichen Consort-Flöten, die unser Ensemble immer wieder beglücken, klang Weihnachten aus.

Zeit für Silvester, Party, Disko!!! Dafür gab es eine schwungvolle Bearbeitung des Jazz-Standards Lover Come Back To Me und glitzerndes Diskokugel-Feeling für die Blockflöte mit Mirror Ball von Andrew Challinger. Und schon sind wir im neuen Jahr gelandet. Während eine Schnee- und Kältewelle nach der anderen über Hamburg hinwegrollte, wurde bei Flauto Vivo nicht lange gefackelt: Gerade noch Silvester und schon Frühling! Zunächst führten wir unsere lieben ZuhörerInnen durch die zauberhaften Three (of course!) Gardens von David Moses. Es folgte eine luftige Canzona von Giovanni Gabrieli und zum Abschluss das namensgebende Triptych von John Hawkes, natürlich bestehend aus drei Sätzen.

St. Simeon Alt Osdorf

Habt Ihr Euch gewundert, dass bei all der Dreierei der Partyblock nur aus zwei Stücken bestand? Nun, es gab natürlich auch dazu ein drittes Stück, aber das haben wir uns für die Zugabe aufgespart. Denn wenn die Konzerte auch wieder einmal viel zu schnell vorbei waren, der Abschied war Just For Now, und im Sommer sehen wir uns hoffentlich wieder! Da wird es nordisch frisch, so viel sei schon mal verraten.

Veröffentlicht in Konzertberichte.

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